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Steinerne Zeugen der Eiszeit auf Jasmund


Stein - Zeitreise, Findlinge auf Rügen

Der 162 t schwere "Schwanenstein", der vor Lohme in der Ostsee liegt, ist nur das beeindruckendste Beispiel der zahlreichen kleinen und großen Steine an Lohmes Küste.


Schwanenstein bei Lohme

Der Schwanenstein

Der Schwanenstein, etwa 100 m östlich des Hafens am Lohmer Strand, gehört mit seinen 162 t Gewicht und einer Größe von 60 Kubikmetern Rauminhalt zu den größten sichtbaren Geschiebesteinen auf der Insel Rügen. Er wurde 1829 erstmals erwähnt und hat durch seine 90%ige Sichtbarkeit unter den Findlingen in der Rangordnung den 1. Platz. Die Sage beschreibt uns seinen Namen so :
Auf Rügen werden die kleinen Babys von Schwänen oder vom Adebar gebracht. Es versteht sich von selbst, daß es im Sommer der Adebar und im Winter natürlich der Schwan ist, der die Babys bringt. Und bis dahin waren die Kinder im Stein verborgen.



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Nardevitzer Findling

Der Nardevitzer Findling

Bereits lange vor Ihnen hatte die Insel Rügen beeindruckende Besucher, die sich die einmalige Natur und das reizvolle Klima nicht entgehen lassen wollten. So war vor ca. 75.000 Jahren auch das Eis auf Rügen zu Gast. Und der Gletscher hinterließ ein Geschenk, welches er aus dem hohen Norden mitgebracht hatte und die Landschaft bis heute nachhaltig prägt. Er brachte Steine… mit unter sehr große Steine. Etwa 400 m nördlich von Nardevitz liegt mitten auf einem Feld umgeben von Bäumen und Gebüsch einer dieser Felsen. Er ist mit einem Gesamtvolumen von 104 m³ und einer Masse von 281 t der zweitgrößte der Insel. Leider können Sie von dieser geologischen Sehenswürdigkeit lediglich 71 m³ bestaunen; der Rest befindet sich unter der Erde. Dennoch werden Sie dieses über 3 m hohe Monument der Eiszeit nicht übersehen. Da der Große Stein bei Nardevitz lange Zeit für die Gewinnung von Baumaterial genutzt wurde, wird heute davon ausgegangen, dass er einst dreimal so groß war. Spuren dieser Bearbeitung sind noch heute deutlich zu erkennen, aber bitte machen Sie nicht weiter. Sonst wird er womöglich irgendwann so klein, dass er versehentlich mit untergepflügt wird. Ein ähnliches, wenn auch etwas kleineres Exemplar , den Blandower Findling, entdecken Sie am Strand. Dieser 65 m³ große und 175 t schwere Stein liegt ca. 200 m östlich vom Uferabstieg Blandow.



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Ganggrab bei Lohme

Das Ganggrab

Schon vor über 5000 Jahren machte man sich den Steinreichtum der Insel zu nutze. Die Felsbrocken dienten praktisch zur Errichtung von Hünen- und Ganggräbern. Wenn Sie von Lohme in Richtung Nipmerow wandern, befindet sich etwa auf halbem Wege das prähistorische Ganggrab Giegnitz am Magelowberg, das 1983 bei Ausgrabungen eines vermeintlichen bronzezeitlichen Hügelgrabes entdeckt wurde. Zwei slavische Skelette wurden gefunden. Das Grab war 4 m lang und 1,20 m hoch. Es wurden 170 Kleinfunde (Tonkrüge, Feuersteine, Meißel, Bernsteinperlen oder Beile) ausgegraben. Das eine Skelett, bei dem die Arm- und Beinknochen noch gut ersichtlich waren, hielt einen Krug im Arm. Dieses Grab ist in seiner Ausführung das einzige auf Rügen, welches geöffnet wurde. Am Ganggrab wurde eine Informationstafel mit Erläuterungen aufgestellt.